Liebe Leserinnen und Leser,

ich hoffe, dass Sie den letzten Beitrag mit Interesse gelesen haben und auf spannende Artikel gestoßen sind. Auch diesen Monat habe ich die aktuelle Literatur für Sie gesichtet. Für mehr Beiträge mit Corona-Bezug verweise ich Sie wieder auf die Literaturzusammenstellung der Forschungsstelle für Versicherungswesen Münster zu diesem Thema, welche wir hier bei den Blog-Beiträgen für Sie verlinkt haben – auch wenn natürlich bei vielen Corona-Themen die Digitalisierung immer wieder eine Rolle spielt.

Viel Spaß beim Lesen!

 

Allgemeines

Fischer, Silvia: Besser zusammen, in Der Vermittler 2020, Heft 9, S. 4-5

Frau Fischer stellt in diesem Beitrag die aktuellen Entwicklungen im Bereich der InsurTechs dar, wobei die Zusammenarbeit von InsurTechs mit traditionellen Versicherern und vor allem mit Maklern im Vordergrund steht.

Gorr, Daniel: Interview mit Marc Philipp Gösswein (mgm technology partners), Der strategische Druck baut sich erst langsam auf“, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 40-41

Herr Gösswein berichtet in diesem Interview von dem Stand der Digitalisierung in der Industrieversicherung, gerade auch im Vergleich zu der weiter fortgeschrittenen Digitalisierung der Privatversicherung. Er geht zudem darauf ein, ob und wie eine Digitalisierung der Industrieversicherung möglich ist und berichtet von seinen Erfahrungen aus der Praxis.

Gorr, Daniel: Interview mit Hans-Gerd Coenen (GHV) „Die Branche sieht die Digitalisierung nur schwarz-weiß“, in Der Vermittler 2020, Heft 9, S. 39-41

In diesem Interview spricht Herr Coenen über die Digitalisierung der GHV, einem Spezialversicherer für Tierhalter, Landwirte und andere „grüne Berufe“. Er berichtet dabei vor allem aus dem Vertrieb und den digitalen Möglichkeiten dort.

Gorr, Daniel: Interview mit Christopher Oster (Clark), „Viele Kooperationskonzepte können heute nur dann richtig funktionieren, wenn sie voll digital gedacht sind“, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 22-25

Herr Oster spricht in diesem Interview über die aktuelle Entwicklung des Versicherungsmanagers Clark. Er geht dabei sowohl auf die Auswirkungen des Corona-Pandemie, als auch auf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Banken und die Expansion des Geschäfts in den österreichischen Markt ein. Zudem beschreibt er zukünftige Ziele und die Entwicklung der Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern.

Henchoz, Jean-Jacques: „Am Ende setzt sich durch, was erfolgreicher macht“, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 12-13

In diesem Kommentar geht Herr Henchoz auf die durch die Pandemie noch stärker vorangetriebene Digitalisierung der (Rück-)Versicherungsbranche ein. Hierbei spricht er vor allem auch die Nutzung von KI und Big Data in verschiedenen Bereichen an. Zudem geht er auf das Thema „Cyber“ ein und beschreibt, wie die Hannover Rück Erstversicherer bei diesem Thema unterstützt. Auch in Bezug auf die Pandemie plädiert er für eine „Partnerschaft“.

Küchlin, Fabian: „New Normal“ für den Zahlungsverkehr, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 88-89

Herr Küchlin beschreibt in diesem Beitrag, wie Versicherer ihr Forderungsmanagement digitalisieren können und wobei sie hierauf achten können. Zudem wirbt er dafür dieses in ein Ökosystem zu übertragen, welches dem Versicherer aufwendige Arbeitsschritte abnehmen kann.

Kurtisz, Krisztián: Effiziente digitale Auftragsabwicklung in Schadensfällen, in VersicherungsPraxis 2020, Heft 9, S. 23-24

In diesem Beitrag beschreibt Herr Kurtisz wie eine digitale Schadenabwicklung funktionieren kann. Er betont dabei, dass diese schon bei der Police beginnen würde. Zudem zeigt er die Vorteile auf, die die Digitalisierung bei der Schadenmeldung und Schadenprüfung haben kann. Zuletzt beschreibt er die positiven Effekte bei der Kundenbetreuung.

Müller, Marion: Nachfrage nach den Sprachassistenten nimmt zu, in AG 2020, Heft 18, R270

Frau Müller stellt in diesem Beitrag eine Studie von Bitkom zur Nutzung von Sprachassistenten vor. Hierbei geht es vor allem um die Häufigkeit der Nutzung, das Gerät über welche diese genutzt werden und darum zu welchem Zweck eine Nutzung stattfindet.

Skopinski, Gero: Bewölkte Risiken, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 42-43

Herr Skopinski befasst sich in diesem Beitrag mit der Cloudnutzung durch Versicherer. Er beschreibt die Möglichkeiten, die diese Technologie für Versicherer bietet, ihre veraltete IT zu überwinden, stellt aber auch die Gefahr in den Vordergrund von den großen Cloud-Anbietern abhängig zu werden oder Datenschutzvorgaben nicht erfüllen zu können, weil die Daten nicht in Deutschland oder Europa gespeichert sein. Zuletzt stellt der Autor dar, wie diese Probleme gelöst werden könnten und wie Public Clouds auf diese Weise zur digitalen Transformation der Versicherer beitragen können.

Autonome Fahrzeuge

Pütz, Fabian: Das Risiko von Produktrückrufen im Zeitalter von vernetzten automatisierten Fahrzeugen, in VersicherungsPraxis 2020, Heft 9, S. 17-22

Herr Pütz analysiert in diesem Beitrag die Entwicklung der Produktrückrufe in den vergangenen Jahren und befasst sich anschließend mit den „Auswirkungen einer zunehmenden Automatisierung und Vernetzung“ von Fahrzeugen auf die Rückrufe und damit auch auf die Rückrufkostenversicherung. Als die beiden zentralen Treiber einer Veränderung benennt er dabei „die zunehmende Komplexität der Fahrzeuginfrastruktur“ und die strengere Praxis der Aufsichtsbehörden. Am Ende des Beitrags plädiert Herr Pütz dafür, dass Versicherer und Hersteller schon jetzt in diesem Bereich zusammenarbeiten sollten, um gemeinsame Lösungen in der Rückrufkostenversicherung zu finden.

Tissen, Katharina: Wo fährt das autonome Kfz: Standspur oder Beschleunigungsstreifen? Zivil- und strafrechtliche Einordnung sowie Auswirkungen auf die Kfz-Versicherungsbranche, in VersicherungsPraxis 2020, Heft 9, S. 9-11

Frau Tissen beschreibt in diesem Artikel die aktuellen Rechtsfragen im Zusammenhang mit autonomen Fahrzeugen. Hierbei geht sie sowohl auf zivilrechtliche, als auch auf strafrechtliche Fragen ein. Im Anschluss stellt sie dar, welche Auswirkungen diese Entwicklungen und Probleme auf die Kfz-Versicherung haben/haben können.

Bancassurance

Feyler, Daniel: Taumelnde Riesen, Wie man Bancassurance wieder zum Leben erweckt: nachhaltig, 360 Grad und natürlich auch etwas digital, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 26-31

Herr Feyler beschreibt in diesem Beitrag die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Bancassurance und stellt die darin liegenden Potenziale vor. Zudem benennt er die seiner Ansicht nach notwenigen Faktoren für eine funktionierende Zusammenarbeit und beleuchtet, welche Rolle digitale Lösungen bei der Ausschöpfung des Potenzials von dem Vertrieb von Versicherungen über Banken spielen.

Schmidt-Kasparek, Uwe: Ehe aus Vernunft, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 16-19

In diesem Artikel gibt Herr Schmidt-Kasparek einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Bancassurance. Er stellt hierbei sowohl Projekte von Banken dar, das Versicherungsgeschäft in ihr eigenes zu integrieren, geht jedoch auch auf Initiativen von Versicherern in die umgekehrte Richtung ein. Herr Schmidt-Kasparek beschreibt zudem mögliche Vorteile für den Kunden, aber auch Herausforderungen, die mit diesem Geschäftsmodell einhergehen. Auch geht er auf die Konkurrenz durch Vergleichsportale ein. Am Ende steht ein Ausblick auf mögliche zukünftige Entwicklungen, welche gerade auch durch die Corona-Pandemie vorangetrieben worden sein.

Daten (-auswertung/-schutz/-verarbeitung)

Pohla, Dirk: Anzapfen und Gewinnen, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 90-93

In diesem Beitrag beschreibt Herr Pohla die Potenziale, die sich daraus ergeben können, wenn Versicherer ihre gesammelten Kundendaten aus verschiedenen Geschäftsbereichen verbinden und auswerten. Er geht dabei auf die technischen Herausforderungen ein, zeigt jedoch auch Lösungen auf, wie dies mit geringerem Aufwand möglich sein kann. Zudem geht er auf zukünftige Veränderungsprozesse und die Rolle der Makler in diesem Kontext ein.

Staudenmayer, Dirk: Die Anpassung des Privatrechts an die digitale Wirtschaft, in IWRZ 2020, Heft 4, S. 147-157

Herr Staudenmayer untersucht in diesem Beitrag Daten als wirtschaftliches Gut und die privatrechtlichen Fragen des Zugangs zu Daten und wer diese nutzen darf, wobei er insbesondere auch auf die aktuellen Vorstöße des europäischen Gesetzgebers und die Bedeutung der DSGVO eingeht. Der Autor befasst zuerst einmal damit, ob Verbraucher durch die Zurverfügungstellung von Daten (z.B. als „Zahlungsmittel“) einen wirtschaftlichen Vorteil erlangen können sollen. Im zweiten Teil wird untersucht, ob und wie Unternehmen, die Daten für die Entwicklung und den Betrieb ihres Geschäftsmodells benötig, hierzu Zugang erlangen können sollen, wenn sie selbst nicht über die entsprechenden Daten verfügen. Dies soll gerade auch vor dem Hintergrund des Internet of Things relevant sein. Herr Staudenmayer geht hierbei vor allem auf die Möglichkeit des freiwilligen Teilens von Daten, aber auch auf ein mögliches Recht auf den Zugang zu Daten ein.

Waldkirch, Conrad: Die Verarbeitung von Gesundheitsdaten durch Versicherer, in VersR 2020, Heft 18, S. 1141-1155

Herr Waldkirch analysiert in diesem Beitrag den rechtlichen Rahmen der Verarbeitung von Gesundheitsdaten durch Versicherer. Nach einer Vorstellung der Grundlagen in Bezug auf die Verarbeitung von Gesundheitsdaten und der Verarbeitungsvorgänge der Versicherer, stellt der Autor die Grundlagen und dabei vor allem die Erlaubnistatbestände der Datenverarbeitung vor. Er geht zudem auf neben der DSGVO bestehende, spezialgesetzliche Vorgaben ein, sowie auf geschriebene und ungeschriebene Grundsätze der Datenverarbeitung und weitere Pflichten des Versicherers. Daran anschließend widmet er sich den bestehenden Rechtsgrundlungen, auf denen derzeit die Verarbeitung von Gesundheitsdaten in der Versicherungsbranche beruht. Hierbei thematisiert er neben der Einwilligung auch gesetzliche Erlaubnistatbestände. Herr Waldkirch untersucht zudem die Erforderlichkeit der Datenerhebung am Beispiel der Auskunftsobliegenheit und geht zuletzt der Frage nach, ob rechtswidrig verarbeitet Daten verwertet werden dürfen.

Digitale Kundenkommunikation & Kundendaten

Gorr, Daniel: Verflixt einfach, in Der Vermittler 2020, Heft 9, S. 14-17

Herr Gorr stellt in diesem Beitrag das Kommunikationstool Flixcheck vor, welches die digitale Kommunikation zwischen Kunden und Versicherer/Makler verbessern soll. Er geht dabei auf die Vorteile des Tools, gerade auch z.B. im Bereich des Datenschutzes, ein und beschreibt die aktuelle Nutzung in der Praxis.

Niendorf, Uta/Köhler, Andreas: Die Not zur Tugend machen, in Versicherungswirtschaft 2020, Heft 9, S. 30-33

Frau Niendorf und Herr Köhler befassen sich in diesem Beitrag mit der veränderten, digitalen Kundenkommunikation. Sie beschreiben dabei das Problem, dass Versicherer mittlerweile zwar immer mehr auch digitale Kommunikationswege zur Verfügung stellen würden, diese jedoch nicht einheitlich/konsequent durchgezogen sein. Die Autoren stellen dar, wie ihrer Ansicht nach eine bessere Kommunikation aussehen und funktionieren kann. Sie gehen dabei vor allem auch auf Videochats ein und darauf, wie sich auch die Steuerung und Führung der Vertriebsmitarbeiter sowie das gesamte „Mindset“ verändern sollte.

Vertragsrecht

Kainer, Friedemann/Förster, Lydia: Autonome Systeme im Kontext des Vertragsrechts, in ZfPW 2020, Heft 3, S. 275-305

Dieser Beitrag befasst sich mit dem Vertragsschluss durch autonome Systeme de lege lata und de lege ferenda. Zuerst wird auf die bestehenden Möglichkeiten eingegangen die Handlungen autonomer Systeme mittels des Vertragsrechts zu erfassen. Hierbei wird untersucht, ob die Erklärung als eigene Erklärung eines Menschen verstanden werden kann oder über das potenzielle Erklärungsbewusstsein, eine Botenschaft oder die Figur der Blanketterklärung eine Lösung gefunden werden kann. Zudem wird die Anwendung des Rechts der Stellvertretung direkt oder analog in Erwägung gezogen. Mit dem Ergebnis, dass mit dem bestehenden Recht „keine dogmatisch befriedigende Lösung“ gefunden werden könne, befassen sich die Autoren de lege ferenda mit der Idee einer ePerson und alternativ mit einer Neufassung des Stellvertreterrechts, um hierüber auch das Handeln autonomer Systeme zu erfassen. Am Ende befürworten Sie letztere Lösung und sprechen sich damit für ein Tätigwerden des Gesetzgebers in diesem Bereich aus.

Witzel, Michaela: Software-Aktualisierungen in Folge aufsichtsrechtlicher und gesetzlicher Neuerungen und Anpassungen, in CR 2020, Heft 9, S. 565-570

Dieser Beitrag von Frau Witzel befasst sich mit der Frage, wie in Verträgen zwischen Software-Anbieter und Software-Nutzer Regelungen zur Anpassung der Software getroffen werden können, wenn sich gesetzliche oder aufsichtsrechtliche Vorgaben ändern. Zu Beginn legt die Autorin hierzu differenziert die Interessenlage der Beteiligten dar. Daran anschließend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen, einmal für ein Mietmodell und einmal für ein „Kauf & Pflege“-Modell vorgestellt. Des Weiteren stellt Frau Witzel „Prozedere-Optionen“ dar, in Bezug auf die Ermittlung und das Management von rechtlichen Anforderungen. Zuletzt macht sie zudem Formulierungsvorschläge für Vergütungsklauseln.

 

Ich möchte Sie an dieser Stelle des Weiteren auf folgende Veröffentlichung hinweisen:

OECD, Künstliche Intelligenz in der Gesellschaft, 2020, abrufbar unter https://doi.org/10.1787/6b89dea3-de.

 

Wenn Ihnen in diesem Monat weitere spannende Veröffentlichungen aufgefallen sind, schicken Sie uns diese gerne zu.

 

Bleiben Sie gesund!

 

Johanna Scheiper

IDI-Team